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Buchhändlerinnen seit 1925

Alibri Buchhandlung

(ehemals Herder Buchhandlung)

Sant-Jordi-Buchstand Buchhandlung Herder. 1970er Jahre
© Verlag Herder GmbH.
© Verlag Herder GmbH.
© Verlag Herder GmbH.
La Vanguardia, Sonntag, 22. April 1945
Fassade der Herder Buchhandlung. 1965
Innenraum der Herder Buchhandlung. 1965
Fassade der Alibri Buchhandlung (Ehemals Herder). 2023
Innenraum der Alibri Buchhandlung (Ehemals Herder). 2022
1925

Sie wird in keinem Reiseführer erwähnt, aber die Reise tausender Bücher hat irgendwann in den Regalen von Alibri Halt gemacht. Auch in keiner Biografie ist sie zu finden, doch mit Sicherheit hat das Leben eines Lesers durch die Lektüre eines in Alibri gekauften Buches eine entscheidende Wendung genommen. Eine Buchhandlung bleibt für das Buch anonym und ist für den Leser eine gelegentliche Station, doch seit 100 Jahren steht Alibri, und wenn man Alibri sagt, meint man auch HERDER, für diesen diskreten, aber essenziellen Teil der Literatur: die Hände eines Buchhändlers, der ein Buch überreicht.

Im November 1925, während Antonio Schaedel, ein angesehener Absolvent des Herder-Instituts in Freiburg, in Barcelona zum ersten Mal die Rollläden eines Geschäfts in der Balmes-Straße öffnete, wurde in Stockholm George Bernard Shaw mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Die Allianz zwischen Herder, Barcelona und den Büchern war gerade geboren.

"...Im November 1925, während in Barcelona Antonio Schaedel, ein angesehener Absolvent des Herder-Instituts in Freiburg,..."
1925
© Verlag Herder GmbH. © Verlag Herder GmbH.
1935

Diese Stadt wurde für die Eröffnung der Buchhandlung in Spanien ausgewählt, weil man sie als die kosmopolitischste und europäischste des Landes verstand, mit großer geistiger Neugier und einer dynamischen spirituellen Atmosphäre. Etwas Ideales für die ersten literarischen Angebote der Buchhandlung, darunter religiöse Bücher, Lehrmaterialien sowie zahlreiche Werke in Latein.

In den ersten Jahren musste sich die Buchhandlung in einem internationalen Umfeld behaupten, das von der Wirtschaftskrise von 1929 geprägt war. Der Import von Büchern war äußerst kompliziert, und erst in den 1930er Jahren trat Antonio Valtl der Buchhandlung bei. Gemeinsam mit Leo Fetscher, beide ebenfalls aus Freiburg, entwickelten sie einen Reorganisationsplan und öffneten sich für Universitäten, Schulen, neue nationale und internationale Belletristikverlage, Zeitschriften, wissenschaftliche Werke und Kinderliteratur. Bis 1935 war die Herder Buchhandlung bereits eine feste kulturelle Größe in der Stadt.

1935
1939

Während des Spanischen Bürgerkriegs blieb Leo Fetscher an der Spitze der Buchhandlung, bis er nach Deutschland zurückkehren musste, da die Buchhandlung von der republikanischen Seite kollektiviert und in „La Internacional“ umbenannt wurde. Monate zuvor hatten die Herder-Buchhändler die wertvollsten Bücher in einer Wohnung der Stadt versteckt, doch kurz vor Kriegsende wurde dieser geheime Ort entdeckt und der gesamte Inhalt in Papiermühlen zerstört.

Während der Diktatur kehrte Leo Fetscher in die Buchhandlung zurück und nachdem er den ruinösen Zustand der Finanzen nach dem Krieg bewertet hatte, entschied sich Herder für die vollständige Liquidation des Geschäfts. Doch die Überzeugung von Leo Fetscher und Antonio Valt, ihre Berufung als Buchhändler fortzusetzen, führte dazu, dass sie den Kauf der Buchhandlung vorschlugen, der im Frühjahr 1940 unterzeichnet wurde. Eine neue Herder Buchhandlung entstand aus der Asche.

© Verlag Herder GmbH. © Verlag Herder GmbH.
1939
© Verlag Herder GmbH. © Verlag Herder GmbH.
1945

Doch bald sollte ein neues Problem auftreten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 wurde das Geschäft blockiert, und die Buchhandlung wurde 1948 zur öffentlichen Versteigerung freigegeben. Erneut mussten sich Valtl und Fetscher der Herausforderung stellen und sich als bevorzugte Bieter präsentieren, wodurch sie die Buchhandlung zurückgewinnen konnten.

El desarrollo y expansión de la Editorial Herder de Barcelona, fundada por el propio Antonio Valtl, sirvió para conformar la estructura básica de lo que sería una modernizada Librería Herder, que bien entrados los años 50 ya se consolidaba como un espacio imprescindible para el libro científico-universitario internacional. No en vano, en 1941 fue distinguida con el título de “Librería Universitaria” como reconocimiento a la calidad de su fondo editorial al servicio de l mundo de la cultura y la docencia.

1945
1971

Eine neue Veränderung kam 1971, als Leo Fetscher nach 23 Jahren an der Spitze der Buchhandlung die Leitung an Herman Nahm übergab, der zuvor den Herder Verlag in Buenos Aires geleitet hatte. Es folgte eine umfassende Renovierung der Räumlichkeiten, wodurch die Ausstellungs- und Verkaufsfläche erweitert wurde. Diese Umgestaltung wurde 1987 abgeschlossen, als ein angrenzendes Geschäftslokal in die Buchhandlung integriert wurde, um die Sprachabteilung einzurichten – ein Bereich, der endgültig zu einem der bekanntesten der Buchhandlung werden sollte.

Ende der 1980er Jahre wurden neue Computersysteme in den täglichen Betrieb eingeführt, darunter ein eigenes Verwaltungsprogramm und eine Website. In den 1990er Jahren, als das IT-System für die Effizienz des Unternehmens unerlässlich wurde, gründete man Alibri Informática – ein Unternehmen, das für die Entwicklung und Wartung der IT-Tools, Ressourcen und Kommunikation der Buchhandlung verantwortlich war.

"...Eine neue Veränderung kam 1971, als Leo Fetscher nach 23 Jahren an der Spitze der Buchhandlung die Leitung an Herman Nahm übergab..."
1971
Fassade der Herder Buchhandlung. 1965 Fassade der Herder Buchhandlung. 1965
1999

Im Februar 1999 wurde die Katalogisierungsabteilung gegründet. Diese Abteilung war für die Katalogisierung der Buchkäufe katalanischer Universitäten und anderer Institutionen zuständig, ein Service, der auf die Nachfrage dieser Einrichtungen hin eingerichtet wurde und sich an deren Bibliotheken richtete. Heute werden neben der Katalogisierung auch weitere Dienstleistungen im Zusammenhang mit der physischen Bearbeitung von Dokumenten angeboten.

Das wichtigste Ereignis des Jahres 1999 war jedoch die Umbenennung der Buchhandlung. Ab dem 1. März dieses Jahres wurde sie von Librería Herder in Alibri Llibreria umbenannt. Diese Veränderung brachte auch eine neue Geschäftsleitung mit sich, angeführt von Alejandro López und Javier Neira. Es waren Jahre, in denen sich die Buchhandlung endgültig an die neuen digitalen Anforderungen des Handels und der Verwaltung anpasste.

1999

Die Verbindung zur akademischen und intellektuellen Szene Barcelonas wurde gestärkt: Es wurden neue Beziehungen zu Universitäten und Bibliotheken aufgebaut, die Buchhändlerinnen und Buchhändler professionalisierten sich und wurden zu wichtigen Beratern mit einem unverzichtbaren Wissen über eine immer umfangreichere Verlagslandschaft. Zudem wurden literarische Veranstaltungen ein fester Bestandteil des Buchhandels, und der wöchentliche Veranstaltungskalender füllte den Saal mit den renommiertesten Autoren der Zeit.

Doch nach mehreren Jahren finanzieller Schwierigkeiten, den Nachwirkungen der Pandemie von 2020 und dem Wunsch des Besitzers, das Geschäft weiterzugeben, entschied sich Don Andrés Valtl im Oktober 2022, endgültig aufzugeben und die Schließung der Buchhandlung anzukündigen. Alibri, und wenn man Alibri sagt, meint man auch Herder, war dazu bestimmt, 98 Jahre nach ihrer ersten Eröffnung endgültig die Türen zu schließen.

Innenraum der Alibri Buchhandlung (Ehemals Herder). 2022 Innenraum der Alibri Buchhandlung (Ehemals Herder). 2022
2022
Fassade der Alibri Buchhandlung (Ehemals Herder). 2023 Fassade der Alibri Buchhandlung (Ehemals Herder). 2023

Im November 2022, als es so aussah, als würde Alibri für immer schließen, begann ein neues Kapitel mit der Übernahme durch Bookish. Das Unternehmen entschied sich, das Erbe der Buchhandlung zu bewahren und ihr eine neue Zukunft zu geben.

So entstand eine Allianz zwischen Tradition und Innovation – zwischen der Beständigkeit eines fast hundertjährigen Ortes und der frischen, kreativen Energie einer jungen Marke. Seitdem ist Alibri mehr als nur eine Buchhandlung: Sie ist ein Treffpunkt für eine stetig wachsende Gemeinschaft von Leserinnen und Lesern. Ein Ort, an dem das literarische Erlebnis ganzheitlich gelebt wird – vom Buchkauf bis zu Autorenbegegnungen, Literaturboxen, Online-Handel und einer eigenen App. Ein Ökosystem, das jede Phase der Leserreise bereichert.

Im Jahr 2025 feiert Alibri sein hundertjähriges Bestehen – ein Jahrhundert voller Leidenschaft für Bücher und für diejenigen, die sie lieben. Eine Geschichte, die weitergeschrieben wird.

2023

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